Tribulus Terrestris

Hormondoping auf pflanzliche Art und Weise?

Tribulus Terrestris - pflanzlicher Testosterone Booster

Einleitung zum Muskelaufbau

Im Bereich der Zusatzernährung für Sportler sind verschiedene Präparate verfügbar, die auf den Wirkstoffen der Pflanze Tribulus Terrestris beruhen. Die verfügbaren Informationen hierüber sind vielfältig und beschäftigen sich immer wieder mit der Frage, inwieweit Tribulus Terrestris zum aktiven Muskelaufbau geeignet ist. Grundsätzlich erfolgt die Wirkung über einen Einfluss auf die Hormonproduktion im menschlichen Körper, was grundsätzlich mit umfangreichen Wirkungen verbunden ist.

Der lateinische Begriff Tribulus Terrestris bezeichnet eine Pflanze aus der Familie der Jochblattgewächse, die in Deutschland unter dem Namen Erz-Burzeldorn oder auch Erdsternchen bekannt ist und die ursprünglich aus Asien, Afrika, dem nördlichen Australien und Südeuropa stammt. Die Pflanze enthält unterschiedliche Wirkstoffe, darunter vorrangig Phytosterol Protodioscin, aus der Gruppe der Steroidsaponine. Diesem Umstand verdankt die Pflanze ihren Ruf, wonach sie und die aus ihr erzeugten Produkte dazu geeignet sind, das menschliche Muskelwachstum durch eine verstärkte Testosteronproduktion zu fördern. Im Folgenden werden der eigentliche Wirkstoff, die aktuellen Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Tribulus Terrestris und die mögliche Nebenwirkungen dargestellt und erläutert.

Hormone

Abgeleitet von dem griechischen Wort für "Antreiben" bezeichnet der Begriff des Hormons einen Botenstoff, der in den Körpern von Lebewesen in der Lage ist, Informationen zu übermitteln. Ergänzend zu der schnelleren Übermittlung über die Nervenbahnen dienen Hormone der verzögerten Kommunikation zwischen den Organen und Gewebebereichen. Hierbei werden die Botenstoffe in bestimmten Drüsen des Körpers gebildet und über den Blutkreislauf transportiert. Hierbei handelt es sich um endokrine Drüsen, welche über die Eigenschaft verfügen, produzierte Stoffe direkt an das Blut abzugeben. Spezielle Rezeptoren in den jeweiligen Zielregionen sind wiederum sind in der Lage, die Hormone zu bemerken und durch molekulare Prozesse zu binden. Hierdurch werden letztlich biochemische Reaktionen ausgelöst, die im Organismus eine wichtige Rolle spielen und durch die zahlreiche Prozesse gesteuert und geregelt werden.

Unter den wichtigen Hormonen im menschlichen Körper nimmt das Testosteron als männliches Sexualhormon eine zentrale Rolle ein. Der Botenstoff steuert dabei nicht nur wichtige Entwicklungsphasen, vorrangig in der Pubertät, sondern ist für eine Vielzahl von körperlichen Funktionen verantwortlich und kommt sowohl im männlichen, als auch im weiblichen Körper vor, wobei sich die jeweils vorhandene Konzentration und Wirkung erheblich voneinander unterscheiden. Bei Männern wird Testosteron größtenteils im Hoden, bei Frauen in den Eierstöcken gebildet und von dort aus in diejenigen Körperregionen transportiert, die über Rezeptoren für das Sexualhormon verfügen. Hier initiiert das Testosteron während der Entwicklung die Bildung und später die Aufrechterhaltung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale. In der Pubertät ist es somit für die Entwicklung von Penis, Hodensack und Geschlechtsdrüsen verantwortlich, im weiteren Verlauf für die Produktion von Spermien und darüber hinaus für das Wachstum von Körperbehaarung und Bartwuchs.

Eine wichtige Funktion von Testosteron besteht darin, dass Sexualverlangen, den allgemeinen Antrieb, die persönliche Ausdauer und letztlich auch die generelle Lebenslust zu fördern. Interessant in diesem Zusammenhang ist zusätzlich die deutlich anabole Wirkung des Hormons. Eine ausreichende Konzentration im Organismus fördert und forciert aktiv den Muskelaufbau, wodurch dem Botenstoff eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit dem Kraftsport zukommt. Während hier eine ausgewogene Versorgung zu einem beschleunigten Aufbau von Muskulatur und einer Erweiterung von Leistungsgrenzen führt, kann sowohl die Unter- als auch die Überversorgung mit Testosteron erhebliche Schädigungen des Organismus zur Folge haben. Verantwortlich für die Bildung von natürlichem Testosteron im Körper ist das so genannte luteinisierendes Hormon (LH), das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird.

Wenngleich es als kritisch einzustufen ist, wenn aktiv in den Testosteron Haushalt des Menschen eingewirkt wird, so stellt der indirekte Weg einer Forcierung der Produktion des Sexualhormons über eine Stimulierung der LH Erzeugung ein eher unbedenkliches Potential dar. Vorsicht ist allerdings immer dann geboten, wenn Testosteron direkt zugeführt wird, da hiermit ernsthafte Nebenwirkungen verbunden sein können. Hinzu kommt, dass die Verabreichung von Testosteron gegen die offiziellen Bestimmungen in Bezug auf Doping von Sportlern verstößt.

Tribulus

Tribulus Terrestris wird in Zusammenhang mit alter, traditioneller und moderner Medizin häufig erwähnt und steht heutigen Tages im Rahmen der Ernährungsergänzung für Sportler in Form unterschiedlicher Präparate zur Verfügung. Es handelt sich um eine einjährige Pflanze, die bereits seit Jahrhunderten bekannt ist und immer wieder Gegenstand der Forschung gewesen ist. Die Pflanze enthält nachweislich Steroidsaponine, unter anderem Tigogenin und Diosgenin, die einen Einfluss auf die Hormonproduktion im menschlichen Körper haben können. Zusätzlich können in Tribulus Terrestris Flavonoide nachgewiesen werden. Allgemein werden Präparate auf Basis der Pflanzenwirkstoffe als Sexualtonikum und als Mittel gegen unregelmäßige Menstruation eingesetzt. In einer Untersuchung an Schafböcken konnte darüber hinaus ein signifikanter Anstieg von Testosteron im Blut nachgewiesen werden. Ausgelöst wird dies durch eine Anregung der Produktion des luteinisierenden Hormons. Dieses wiederum erhöht die Bildung von Testosteron. Vor diesem Hintergrund ist es zu erklären, dass Präparate auf der Basis von Tribulus Terrestris bereits seit langem zur sexuellen und allgemeinen Leistungssteigerung und zur Kraftsteigerung eingesetzt werden. Da der Testosteronhaushalt einen direkten Einfluss auf den Muskelaufbau hat, gehen zahlreiche Publikationen davon aus, dass dem Tribulus Terrestris eine anabole Wirkung zuzuschreiben ist.

Auch die Wirkung entsprechender Präparate auf die Bildung von Spermien konnte im Rahmen einer dreimonatigen Behandlung dokumentiert werden. Männer mit verminderter Spermienproduktion wurden hierzu mit einem Tribulus Extrakt behandelt, wobei eine leichte Erhöhung der Produktion durchgängig festgestellt werden konnte. Im Rahmen einer weiteren Studie wurden Diabetiker behandelt, die an Impotenz litten. Im Blut der Probanden konnte nach Abschluss der Behandlung ein erhöhter DHEA-Spiegel nachgewiesen werden. Grundsätzlich ist zu sagen, dass bis zum heutigen Tage keine abschließende Studie zu der Wirkungsweise von Tribulus Terrestris Präparaten durchgeführt wurde. Nichts desto trotz wird der Wirkstoff von zahlreichen Sportlern zur Steigerung von Leistung, Ausdauer und Muskelbildung eingesetzt. Wenngleich die Einnahme von Testosteron durch den IOC verboten ist, fällt Tribulus Terrestris nicht unter die strengen Doping Regelungen und darf von daher auch im Rahmen von Wettkämpfen eingenommen werden.

Wirkung

Wichtig ist hierbei innerhalb der Wirkungsweise der Umstand, dass Tribulus Terrestris keine direkten Auswirkungen auf die Produktion von Testosteron aufweist. Der Effekt beschränkt sich auf die Anregung der Bildung des luteinisierenden Hormons, das innerhalb eines natürlichen Prozesses dafür sorgt, dass Testosteron vermehrt produziert werden kann. Verfügt der Körper über einen ausreichenden Spiegel des männlichen Sexualhormons, so fördert und begünstigt dies den Muskelaufbau, aber auch die Kondition, die Willensstärke und die Freude an Leben und Sport. Vor diesem Hintergrund betrachtet, stellt die ergänzende Ernährung mit Tribulus Terrestris wertvolle Grundvoraussetzungen zur Verfügung, die für ein erfolgreiches Training unersetzlich sind. Die Anwendung entsprechender Präparate kann dabei durchaus als traditionell angesehen werden. Selbst innerhalb der ayurvedischen Medizin wird die Heilpflanze vielfältig eingesetzt, unter anderem als wirksame Behandlung gegen Harnsteine. Im Allgemeinen berichten Sportler, die Präparate auf Basis von Tribulus Terrestris einsetzen über durchgängig positive Erfahrungen. Neben einer Forcierung des Muskelaufbaus wird hier in vielen Fällen darüber berichtet, dass sich das allgemeine Wohlbefinden, wie auch die individuell empfundene Leistungskraft unter Einnahme entsprechender Präparate gesteigert hat. Wenngleich hier der letztliche wissenschaftliche Beweis für die Wirksamkeit bislang nicht angetreten wurde, so liegt dies eher daran, dass bisher keine qualifizierten Untersuchungen durchgeführt wurden. Interessierten Sportlern bleibt es von daher überlassen, sich selber ein Urteil über die Wirkung von Tribulus Terrestris zu bilden und eigenständig zu entscheiden, inwieweit die Einnahme als positiv und zielführend empfunden wird.

Nebenwirkungen

In Zusammenhang mit der Einnahme von Präparate auf der Basis von Tribulus Terrestris wird nicht über auftretende Nebenwirkungen bei Menschen berichtet. Da die enthaltenen Wirkstoffe eine harntreibende Wirkung haben, kann es während der Einnahme zu einem entsprechenden Effekt kommen, der allerdings nicht mit schädlichen Aspekten verbunden ist. Nach Absetzen der Produkte geht der verstärkte Harndrang unmittelbar zurück. Im Rahmen von Testreihen an Tieren konnte bei hohen und dauerhaften Dosierungen eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut festgestellt werden. Diese Erkenntnisse konnten allerdings bislang nicht auf den Menschen übertragen werden. Von daher bleibt festzuhalten, dass bei einer ordnungsgemäßen Anwendung im Rahmen der jeweils empfohlenen Dosierungen nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen ist.



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